Freitag 20. Juli 2018

Ich vermisse dich!

"Ich vermisse dich!" Ein oft ausgesprochener Satz. Ergänzt auf der Rückseite durch den Satz, wann sehen wir uns wieder? - Sehnsucht nach jemanden zu haben, das betrifft Menschen in ihrem Alltag laufend. Eine Freundin, die man vermisst, oder auch den Partner/die Partnerin. Familienmitglieder. Kinder können ihr Lieblingsstofftier vermissen, oder man vermisst auch sein Haustier. Die Sehnsucht nach jemanden zeigt uns, wie wichtig dieser jemand in unserem Leben ist.

Auch die Frage, "Wann sehen wir uns wieder?" ist eine heute oft gestellte. Soziale Kontakte und Freundschaften haben es oft schwer in einem voll geplanten Alltag zu bestehen. Zeit ist eine Rarität.

 

Wie wichtig jedoch die sozialen Kontakte sind, haben viele Gegenstände in den acht Ausstellungen gezeigt:

Es wurde berichtet über Freundschaften, die über tausende Kilometer hinweg geführt wurden, aber trotzdem in den schwersten Situationen stand hielten.

Es wurde erzählt über die Sehnsucht nach lieben Menschen, die bereits gestorben sind.

Geschichten beschrieben den Wandel in sozialen Kontakten, die Globalisierung von Beziehungen oder auch die Veränderungen in Liebesbeziehungen in den vergangenen Generationen.

Manche Geschichten thematisierten  die Intensität flüchtiger Begegnungen. Wie etwa die Geschichte zum Bild der Karte "Ich vermisse dich":

 

Vor Jahren teilte ich im Krankenhaus das Zimmer mit einer Türkin. Sie erzählte mir von ihrem Schicksal. Ich besuchte sie einige Zeit später im Krankenhaus. Als abzusehen war, dass sie sterben würde, öffnete sie wortlos die Lade ihres Nachtkästchens und überreichte mir diese Schneekugel mit den Worten: "Ich schenke dir mein Herz." Traurig und berührt ging ich nach Hause. Die Schneekugel hat seither ihren Platz in meinem Nachtkästchen.

 


Außerdem wurde in den Beiträgen deutlich, wie wichtig soziale Beziehungen für die Kirche und die Pastoral sind. So fasst diese Tatsache etwa die These der Forschungsgruppe der Kath. Privatuniversität zusammen:

"Andere Milieus werden durch persönliche Kontakte erreicht. Kontakte mit Freund/-innen und Kolleg/-innen, die glauben, sind wichtig. Ehrenamtliche in den Pfarren werden oftmals nicht über ihre Glaubensleben, sondern über ihr Engagement wahrgenommen. Seelsorger/-innen werden erst im späteren Verlauf wichtig, wenn sozusagen die fachtheologische Kompetenz gefragt ist und wenn es um die spirituelle Begleitung geht. Im Rahmen einer Studie wird dafür das Bild des „Staffellaufes“ eines Teams benutzt, das dazu ermutigen könnte, die Berufung und Bedeutung aller im Volk Gottes zu stärken."

 

Vielleicht ist diese Freecard ja ein Anreiz um sich im Pfarrgemeinderat oder in einem anderen Gremium mit dieser These zu beschäftigen.

http://konzilsgespraeche.at/
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